Firma EBERL - Regional verwurzelt, international erfolgreich

Mittelstandsunion Traunstein besichtigt die EBERL-Firmengruppe – Beeindruckende Firmengeschichte mit internationaler Ausrichtung

Anna Marx, Vorsitzende der Mittelstandsunion Traunstein, bedankt sich bei Geschäftsführer Thomas Eberl mit einem Geschenk für die interessante Führung durch den BetriebAnna Marx, Vorsitzende der Mittelstandsunion Traunstein, bedankt sich bei Geschäftsführer Thomas Eberl mit einem Geschenk für die interessante Führung durch den Betrieb

Nußdorf. Sehr beeindruckt waren die rund 50 Mittelständler bei der Besichtigung der Firma EBERL in Nußdorf. Thomas Eberl, Geschäftsführer der EBERL-Gruppe, führte die Besuchergruppe zusammen mit seinem Sohn Maxi Eberl durch die unterschiedlichen Hallen am Firmensitz in Nußdorf/Aiging, wohin die Firma 2002 umgesiedelt ist und sich mittlerweile auf mehr als 23.500 m² Hallenfläche sowie circa 90.000 m² Gesamtfläche erstreckt.

Die Firma EBERL zählt zu den bedeutenden inhabergeführten Unternehmensgruppen der Region. Mit insgesamt 23 Firmen und 19 Standorten schafft das Unternehmen 420 Arbeitsplätze und ist damit ein wichtiger wirtschaftlicher Motor im südostbayerischen Raum. Mit einem Jahresumsatz von über 100 Millionen Euro unterstreicht die Gruppe ihre wirtschaftliche Stabilität und kontinuierliche Wachstumsdynamik. „Unsere Besonderheit in der Firmengruppe ist, dass wir uns vielschichtig in unterschiedlichen Sparten aufgestellt haben“, erklärte Thomas Eberl.

Ein Standbein der Firma ist das klassische Logistik-Geschäft. Knapp 2.000 LKW unterhält Eberl und ist damit in ganz Europa unterwegs. Eine Logistik-Drehscheibe mit ‚EBERL Slovakia‘ für das südliche Europa betreibt die Firma in der Slowakei. „Die EBERL-Gruppe ist zudem breit zertifiziert: AEO C und RegB stehen für hohe Zuverlässigkeit in Zoll- und Logistikprozessen“, erläuterte Maxi Eberl. Einige Anekdoten erzählte Thomas Eberl aus dem LKW-Verkehr in Skandinavien: „Wir fahren in Norwegen oder Schweden im Winter mit Schneeketten, während die skandinavischen LKW Spikes nutzen“.

Auf Nachfrage von Anna Marx, Vorsitzende der Mittelstandsunion Traunstein, wie die Firma EBERL mit den aktuell hohen Dieselpreisen umgeht, antwortete Thomas Eberl, dass die LKW seit rund zwei Jahren mit HVO fahren. „Wir benötigen pro Tag ca. 5.000 Liter HVO, welches den Vorteil hat, dass der Verbrauch von Sprit und AdBlue sinkt und sich die Wartung reduzieren lässt.“ Zum Thema Elektro-LKW, von denen Eberl zwei Stück in seiner Flotte hält, erklärte Thomas Eberl, dass diese aktuell noch ein Problem mit der Reichweite hätten. „Im Winter bei starken Minusgraden kommt man gerade noch bis Rosenheim – für einen zuverlässigen Gebrauch mit durchschnittlich 300km im Nahverkehr sind diese bisher ungeeignet.“

Beeindruckend für die Mitglieder der Mittelstandsunion waren die riesigen Hallen, die als Logistik-Zwischenlager genutzt werden. Im Jahr 2024 wagte Eberl mit dem Bau und Inbetriebnahme eines hochmodernen GDP-zertifizierten Pharmalagers mit einem Investitionsvolumen von 17 Mio Euro einen großen Schritt. Mit einer Fläche von 9.000 Quadratmetern zählt das Lager zu den leistungsfähigsten Einrichtungen der Region und bietet 22.000 Palettenstellplätze für temperatur-sensible pharmazeutische Produkte sowie Lebensmittel. „Das Lager ist so ausgelegt, dass es niemals ausfallen darf – ein Anspruch, der durch ein ausgefeiltes Sicherheits- und Redundanz-konzept erfüllt wird“, erläuterte Eberl. Dazu gehören zwei leistungsstarke Wärmepumpen, die die konstante Temperaturführung zwischen 15 und 25 Grad Celsius gewährleisten, sowie zwei Notstromaggregate, die den Betrieb auch bei externen Störungen vollständig absichern. „Die gesamten Waren sind kameraüberwacht, so dass sich die Kunden jederzeit einloggen und eine Übersicht über ihre Produkte verschaffen können“, erklärte Thomas Eberl.

Im Jahr 2012 übernahm die EBERL-Gruppe die Firma KLVrent aus Trostberg und ist mittlerweile an 15 Niederlassungen in Deutschland als Vermieter von Nutzfahrzeugen aktiv. Außerdem befindet sich am Standort Nußdorf eine eigene LKW-Werkstätte (E5 GmbH) für Wartung, HU, SP-Abnahme, Prüfspur, Fahrtenschreiberprüfung und die Inbetriebnahme von neuen LKW. Ergänzt wird das Ganze durch eine moderne LKW-Waschanlage mit Regenwassertechnik. „Ebenso erledigen wir auch die Wartung von fremden LKW, wenn es gewünscht wird“, so Eberl.

Seit 2019 gehört auch die Firma Bullyworld zur EBERL-Gruppe, nachdem Unternehmer Thomas Eberl die Marke übernommen und damit das traditionsreiche Spielfigurengeschäft neu ausgerichtet hat. Bullyworld produziert seither die bekannten Comicfiguren weiter, darunter Charaktere wie das Sandmännchen, Pumuckl, zahlreiche Disney- und Marvel Figuren u. v. m.. „Für das qualitativ hochwertige Spielzeug werden unbedenkliche Materialien verwendet, die den Umgang mit den Figuren sicher machen“, erklärte Thomas Eberl, dem diese Sparte seiner Firmengruppe sehr am Herzen liegt. „Wir kreieren nicht nur Figuren für Kinder. Wir gestalten sie für das Kind, das in jedem von uns steckt. Egal, ob es fünf oder fünfzig Jahre alt ist“, freute sich Thomas Eberl.

Das Unternehmen ist im internationalen Lizenzgeschäft tätig und für jede Figur wird zunächst ein Prototyp erstellt und anschließend als Werkzeug die Produktionsform gebaut. Die Serienfertigung beginnt erst nach Freigabe des Werkzeugmusters. Dabei werden die Figuren gegossen, von Hand bemalt und für den Markt vorbereitet. Die Handbemalung der Figuren lässt Eberl in Firmen mit rund 300 Mitarbeiterinnen in Tunesien und China erledigen. „Pro Jahr entstehen so ungefähr 4 – 5 Millionen Spielzeugfiguren“, so Eberl.

Jüngster Zuwachs innerhalb der EBERL-Gruppe war die Übernahme der Hochfelln-Seilbahn im Jahr 2023. Mit dem traditionsreichen Bergbahnunternehmen erweitert die Gruppe ihr Portfolio erstmals um einen touristischen Betrieb und übernimmt damit Verantwortung für eine der bekanntesten Ausflugsdestinationen im Chiemgau.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde rege über die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung diskutiert. Insbesondere die 1.000 Euro steuerfreie Prämie sehen die Mitglieder der Mittelstandsunion kritisch. Christian Klotz erläuterte, in einer repräsentativen Umfrage seien 85 % der bayerischen Unternehmer mit der aktuellen Politik unzufrieden und nur 20 % würden die 1.000 Euro überhaupt an ihre Mitarbeiter zahlen (können).

Sepp Daxenberger kritisierte, dass viele Unternehmen überhaupt keinen Spielraum mehr hätten, zusätzliches Geld an ihre Mitarbeiter auszuzahlen. „Die Abgaben- und Steuerlast muss dringend gesenkt werden“, so Daxenberger. „Außerdem entstehen zusätzliche Arbeitsplätze nur noch beim Staat und in der Verwaltung. Im produzierenden Gewerbe wird im Gegensatz dazu abgebaut – so entsteht keine Wertschöpfung.“

Auf die abschließende Frage von Anna Marx nach seiner persönlichen Motivation, einen so vielschichtigen Unternehmensverbund zu führen, betonte Thomas Eberl seine klare Grundhaltung: „Alles, was man anfängt, muss man auch zu Ende machen. Außerdem habe ich eine positive Grundeinstellung und kann mich für Vieles begeistern. Jammern hilft nicht, sondern nur die Suche nach Lösungen.“

Zugleich machte er deutlich, dass er den Hauptstandort seines Unternehmens immer wieder bewusst in der Region belassen würde – aus Überzeugung, aus Heimatverbundenheit und aus Verantwortung gegenüber den Menschen vor Ort.